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Weitere Trainingsgebote

Im letzten Artikel haben wir die ersten 5 Gebote des Trainings vorgestellt. Jetzt kommen noch drei weitere, die auch nciht vernachlässigen solltest, wenn du weiterhin Erfolg im Training haben möchtest!

Dehne dich

dehnenklein

  • Ich wette, dass mehrere von euch da draußen sich nicht nicht regelmäßig dehnen und vor allem nicht diejenigen Muskeln dehnen, die sie trainieren. Dehnen hilft deinen Muskeln, sich besser zu regenerieren, erhöht die Elastizität und vermindert die Chance von Verletzungen.
  • Gehe daher sicher, dich regelmäßig, und damit meine ich mindestens einmal pro Woche, nach deinem Training zu nehmen. Mach einfach ein paar vollständig und richtig ausgeführte Dehnübungen für die Muskeln, die du gerade trainiert hast. Halte dabei die maximale Dehnung für 20 – 30 sek bei, um dem Körper Zeit zu geben, sich an den Dehnungsreiz zu gewöhnen. Verstehe mich jetzt nicht falsch! Ich verlange von dir nicht, die Beweglichkeit eines Gummimenschen zu haben, lediglich ein paar Grundübungen im Dehnbereich reichen hierbei schon aus, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

 


Trainiere schwer

  • Wenn ich jedes Mal einen Euro dafür bekommen würde, wenn ich von jemandem höre, dass er nicht schwer trainieren möchte, weil er sonst zu krass wird, dann wäre bereits Millionär. Bin ich Millionär? Leider nicht. Ja, ich gehe hier speziell auf die Damenwelt ein, ein Gruppe, die befürchtet innerhalb kürzester Zeit auszusehen wie Herkules.
  • Deine Arme mit 1Kg Kurzhanteln zu trainieren, wird dir garantiert keine Fortschritte bringen eher wirst du weinen und herumheulen, dass das Training keinen Sinn macht. Fordere deine Muskeln heraus und bewege schwere Gewichte außerhalb deiner Komfortzone.

Führe die Übungen richtig aus

  • Ich selbst fühle mich schuldig dafür, zu Beginn meiner Trainingskarriere alles daran gesetzt zu haben, 60 Kg zu drücken und das egal, wie schlecht meine Ausführung doch war. Ich wollte nur eins: lächerliche 60 Kg drücken und das mit aller Gewalt. Dass das nicht lange gut ging, kann man vorausahnen und ehe ich mich versah, hatte ich mir eine Schulterverletzung zugezogen.
  • Was ich dir damit auf den Weg geben möchte ist, dass die richtige Ausführung entscheidend ist, ob du dich verletzt, keinen Fortschritt machst oder du dich nicht verletzt und bis an dein Lebensende trainieren kannst.
  • Zudem sorgt eine richtige Technik dafür, den Zielmuskel perfekt zu ,,treffen’’, sodass das anschließende Ergebnis eine Verbesserung der Optik der gewünschten Zielmuskulatur ist. Ebenso profitiert deine Kraft enorm davon, wenn der Hebel optimal ist.
 

Die ersten 5 Gebote des Trainings

Selbst wenn dein Trainingsziel nur das Halten von deiner aktuellen Verfassung ist, so gibt es dementsprechend einige Regeln, die du beachten solltest. Daher dachte ich, dass ich mal eine Liste anfertige mit den 10 wichtigsten Tipps, ich nenne sie die 10 Gebote des Trainings.

Wie oft hört man von irgendwelchen Leuten im Fitnessstudio: ,,Ich bin ein Hardgainer und egal wie viel ich esse, ich nehme nicht zu.’’ Vielleicht gehörst du, ja du, auch dazu. Ich bin sicher, dass es da draußen viele Menschen gibt, die gerne ihr Fett reduzieren und nebenbei noch ein paar Muskeln aufbauen möchten.


Die ersten 5 Gebote des Trainings

Gebote

  1. Ernähre dich ausgewogen
  • Einige von euch mögen vielleicht denken, dass ich aufgrund der Diät etwas neben der Spur bin, allerdings ist das Training nur die halbe Seite der Medaille. Wenn es dein Ziel ist, eine Menge an Muskeln aufzubauen, kannst du trainieren und trainieren. Es wird sich aber nichts tun, solange du deinen Muskeln nicht das gibst, was sie brauchen.
  • Besonders wichtig ist dieser Punkt nach dem Training, wenn deine Muskeln und dein Körper völlig erschöpft sind und wieder aufgetankt werden müssen. Der beste Weg dies zu tun ist, eine energiereiche Mahlzeit reich an Protein, Kohlenhydraten und Fett zu sich zu nehmen.
  • Gleichermaßen gilt dies auch für die Fettreduktion während einer Diät. Es wird sich nichts an deinen Bauchmuskeln tun, wenn du auch nichts an deiner Ernährung änderst.

  1. Schreibe ein Ernährungstagebuch
  • Dies mag für den einen oder anderen eine Barriere darstellen, aber wie willst du Veränderungen an deiner Ernährung angehen, wenn du nicht weißt, was du isst und vor allem wie viel du davon isst. Es muss auch nicht detailliert sein, es reicht schon aus, was und wie viel aufzuschreiben.
  • Mit Hilfe eines Ernährungstagebuchs kannst du außerdem feststellen, an welchen Stellen es noch hapert. Fehlen dir Vitamine? Dann iss mehr Obst und Gemüse. Fehlen dir Proteine? ……

  1. Führe ein Trainingstagebuch
  • Ähnlich wie das zweite Gebot, kannst du ohne Trainingstagebuch nicht effektiv messen bzw. feststellen, ob du den für den Muskelaufbau so wichtigen Fortschritt in Sachen Trainingsleistung machst. Wenn du Fortschritte machst, wird sich auch automatisch etwas an deinem Körper tun.

  1. Variiere dein Training
  • Um ultimativen Erfolg beim Training zu haben, musst du dein Training in gewissen Abständen variieren. Tatsache ist, dass kein anderer Aspekt deines Lebens stehen bleibt, warum sollte dann auch das Training im Fitnessstudio sich nicht ändern?
    Gerade das beschreibt viele Leute: Montag ist Brust man startet mit 3 Sätzen Flachbank, gefolgt von 3 Sätzen Schrägbank und Kurzhantel-Flies.
  • Anschließend bewegst du mal deinen Trizeps und machst dein übliches Trizepsdrücken und vielleicht noch French Press.
  • Der Rest der Woche bleibt auch gleich. Du paarst immer Rücken und Bizeps, die Beine bekommen ihren eigenen Tag und Schultern passen zwischendrin irgendwie rein.
  • Variiere dein Training. Mache einfach mal Dips anstatt Bankdrüken oder irgendetwas anderes. Wenn du immer nur das machst, was du immer machst, wirst du auch nur das bekommen, was du schon hast.

  1. Lege eine Pause ein

Trainingspause

  • Wann war das letzte Mal, dass du etwas Zeit außerhalb des Trainings verbracht hast?
    Los mache es, bleibe eine Woche von deinem heißgeliebten Training fern und erhole dich einfach. Das heißt nicht, dass du jetzt einfach so eine Woche lang auf der Couch liegen sollst wie eine Kartoffel. Sie aktiv, gehe laufen oder mache etwas anderes aber Krafttraining ist in dieser Zeit tabu!
  • Vergiss nicht, der Muskelaufbau findet außerhalb des Trainings in der Regenerationsphase statt. Wenn du also jeden Tag die gleichen Muskeln trainierst, wird sich da nichts tun. Eine Pause tut einfach gut, physisch als auch psychisch und du kommst stärker zurück als vorher!
 

Facharbeit: Anabole Steroide im Leistungssport

Testosteron - Anabole Steroide

Einleitung

Geld, Erfolg und Anerkennung – Gründe, die einen Leistungssportler dazu veranlassen, seinen Körper zu Höchstleistungen zu treiben.

Kosten, Mühen oder vermeintliche Gesetzesbrüche werden vom Ehrgeiz geweckten Sportler ,,gerne’’ in Kauf genommen, die eigene körperliche Leistung auf unnatürliche Art und Weise zu steigern, um den Kontrahenten  ein Stück voraus zu sein.

Damit die Leistung überproportional ansteigt und der Sportler darin einen Vorteil gegenüber seinen Mitstreitern hat, wird zu illegalen Dopingmitteln, wie etwa dem anabolen Steroid Testosteron gegriffen, dessen Anwendung häufig in Schnellkraftsportarten, wie Leichtathletik (Kugelstoßen, 100m-Lauf, Hammerwerfen o. ä.), Kraftsport oder Bodybuilding zu beobachten ist.

 

Definition

Bei anabolen Steroiden, auch bekannt unter dem Namen Anabolika, handelt es sich um das männliche Sexualhormon Testosteron und dessen Derivate.

Derivate sind synthetisch hergestellte Wirkstoffe, die von der Struktur und der Wirkungsweise dem Testosteron sehr ähneln.

Häufig verwendete Steroide wären beispielsweise Stanozolol, Oxandrolon, Nandrolon, Dianabol oder auch Testosteron Enantat.

Auf natürliche Weise werden pro Tag etwa 5 – 10 mg des Hormons im Hodengewebe gebildet.  Diese augenscheinliche Menge ist nicht mit der Menge zu vergleichen, die ein Profisportler sich während einer so gennanten ,,Kur’’ injiziert, welche bis zu der 20-fachen Menge pro Tag entspricht.

Da die Einnahme von Testosteron erhebliche Leistungszuwächse generiert, ist diese auch der häufige Grund für positive Dopingfälle. Aufgrund der vielen und verheerenden Nebenwirkungen wurde das Hormon erstmals 1976 bei den olympischen Spielen auf die Dopingliste gesetzt.

Neben dem Einsatz im Sport finden Steroide auch Anwendung in der Medizin.

Beispielsweise werden sie dazu eingesetzt Patienten mit einer Insuffizienz der Hoden und eines daraus resultierenden Testosteronmangels zu therapieren oder bei allgemeiner körperlicher Schwäche, wie es häufig bei älteren Menschen der Fall sein kann, injiziert.

Was die Wirkungsweise des Testosterons betrifft, so unterscheidet man zwischen zwei Wirkungen, der anabolen (aufbauenden) und der androgenen Wirkung, welche für die unerwünschten Nebenwirkungen sorgt.

Je anaboler ein Steroid ist, desto androgener ist seine Wirkung und umso schädlicher für den gesamten Organismus.

Des Weiteren unterscheidet man auch in oral einnehmbare oder in intravenös injizierbare Steroide .

Der wesentliche Unterschied besteht in erster Linie in der Struktur und in zweiter Linie in der Toxizität. Oral verwendete Steroide weisen nämlich eine deutlich höhere Hepatotoxität auf und sind somit giftiger als die injizierbaren Testosterone.

 

Geschichtliches

Wirft man einen Blick auf die Zufuhr von Testosteron, so muss man in den Geschichtsbüchern das Jahr 2000 vor Christus suchen, in dem erstmalig ein Inder die Verabreichung von Extrakten aus Tierhoden zur Behandlung von Impotenz anordnete.

Der Franzose Charles Edouard Brown-Sequard gilt als erster Entdecker der leistungssteigernden Substanz, die im Hoden enthalten ist.

Der damals 72 Jährige teilte 1889 der Wissenschaft mit, er habe etwas in Tierhoden entdeckt, das ihn physisch als auch psychisch leistungsfähiger machte. Zuvor hatte er sich in einem Versuch, den er an sich selbst durchführte, flüssige Extrakte aus Tierhoden  gespritzt und konnte die oben erwähnten Veränderungen beobachten.

Er war der Erste, der erkannt hatte, dass man einen Mangel an im Körper synthetisierten physiologischen Regulatoren (Bsp: Altersschwäche) mit der Injizierung von Extrakten tierischer Organe entgegenwirken kann.

Im Anschluss an seine Forschungsergebnisse, konnten im Jahre 1935 Forscher das Extrakt, das zu Brown-Sequards Ergebnissen geführt hatte, entschlüsseln.

Es war das Testosteron, das wichtigste im Hoden produzierte Hormon. Aus einer Tonne Rinderhoden konnte David et al. gerade mal 5 mg reines Testosteron isolieren.

Eebenfalls im Jahr 1935 entschlüsselten Butenandt und Ruzicka die chemische Struktur und konnten somit das männliche Sexualhormon erstmalig in der Geschichte synthetisieren, wofür sie 1939 den Nobelpreis erhielten.

Es hatte sich herumgesprochen, dass Testosteron stark anabol wirkt und somit also auch den Muskelaufbau fördere. Hinweise darauf lieferten Studien, die in den 50er Jahren durchgeführt wurden. Aus diesem Grunde entschieden sich viele Sportler dafür in oder vor der Wettkampfvorbereitung Testosteron zyklisch (Testosteronkur) einzunehmen, um von der anabolen Wirkung zu profitieren.

Bis 1976 war der Gebrauch legal, wurde aber schon seit 1966 auf internationalen Wettkämpfen kontrolliert.

 

Epidemiologie

Für mehr als genug positive Dopingtests konnte man in den letzten Jahrzenten anabole Steroide verantwortlich machen. Ihre unvergleichliche Effektivität machen es zu einem beliebten Dopingmittel.

So konnte auch der 1988 disqualifizierte 100m-Sprinter Ben Johnson diesem nicht widerstehen. Er hatte nachweisbares Stanozolol eingenommen.

Auch  die weibliche Topsprinterin Florence Griffith-Joyner stand unter dringlichem Verdacht anabole Steroide konsumiert zu haben, nicht zuletzt wegen ihrer 1988 aufgestellten Weltrekorde auf 100 Meter und 200 Meter.

Nach Einführung schärfer kontrollierten Dopingtests trat sie zurück und erlitt zwei Schlaganfälle, von denen sie den letzten am 21. September 1998 nicht überlebte.

Ebenso war ihr Trainer dafür bekannt seinen Athleten leistungssteigernde Mittel verabreicht zu haben, weshalb der Verdacht auf Steroidkonsum immer größeren Umlauf nahm.

Griffith-Joyners frühere Trainingspartnerin sagte außerdem aus, dass sie regelmäßig mit Testosteronsspritzen behandelt worden sei. Auch ihr Tod könne eine Nachfolge des Steroidkonsums sein, sagt Dopingexperte Werner Franke.

Einer der bekanntesten Todesfälle im Bodybuilding war Andreas Münzer, der am 13.03.1996 an den Folgen seines exzessiven Steroidkonsums verstarb.

Grund für seinen Tod war ein Multiorganversagen mit Leberdystrophie.

Neben dem konnten die Ärzte zahlreiche Tumore in der Leber , extrem kleines Hodengewebe sowieso ein stark vergrößertes (hypertrophiertes) Herz feststellen, was auf einen Gebrauch von anabolen Steroiden hinweist.

Vor seinem Tod hatte er, in einer von RTL2 ausgetrahlten Dokumentation über seine Vorbereitung auf einen internationalen Wettkampf bestritten, anabole Steroide verwendet zu haben.

 Anteil der Nutzer im Spitzensport

In einer von Silvester 1973 durchgeführten Umfrage zur Verwendung von anabolen Steroiden, konnte er herausfinden, dass 68% der an Olympia 1972 teilgenommenen männlichen Hürdenläufer das besagte Dopingmittel vor dem Wettkampf eingenommen hatten, wovon 61% wiederum angaben, dieses auch während des Wettkampfes weiterhin genutzt zu haben.

Zwei Jahre später befragte Ljungvist männliche schwedische Topathleten und fand heraus, dass 31% der befragten Hürdenläufer und 75% der Werfer jemals Steroide verwendet haben.

Im Gegensatz dazu machte kein einziger Mittel- oder Langstreckenläufer davon Gebrauch.

In der Frauenelite aus insgesamt 15 Sportarten hält sich die Verbreitung anaboler Steroide noch in Grenzen. In einer von Newman 1987 erstellten Umfrage, gaben gerade mal 3% an während ihrer Lebenszeit welche benutzt zu haben, wovon 1% diese ein Jahr zuvor genutzt haben. Im Alter von über 26 stieg die Nutzung auf über 4% an.

Beweggründe und Gestaltung des Testosterondopings

Das Ziel eines Menschen, das mithilfe von anabolen Steroiden errreicht werden soll, hängt grundlegend von seinen Aktivitäten ab, die er ausübt.

Bodybuilder haben das Bestreben, Muskelmasse aufzubauen und ihr Körperfett zu reduzieren, Gewichtheber wollen maximales Gewicht bewegen, wohingegen Leichtathleten den Hammer, Diskus oder Speer weiter als ihre Konkurrenten werfen wollen.

Schwimmer und Marathonläufer hoffen darauf, ihre Frequenz und Intensität für möglichst lange Zeit aufrecht zu erhalten ohne physische Einbrüche erleiden zu müssen.

 

Cycle

Traditionell werden Steroide in ,,cycles’’ eingenommen –  gleichbedeutend mit ,,Kur’’.

Überwiegend werden sie 2-3 mal pro Jahr für eine Dauer von 6-12 oder mehr Wochen angewandt. Zwischen jeder Kur wird eine Pause eingelegt, die etwa der vorherigen Kurdauer entspricht.

Die Pausen variieren jedoch von Person zu Person. Gründe für kürzere Pausen können Depressionen oder Minderwertigkeitskomplexe sein, weshalb diese Person dann früher mit der nächsten Kur beginnt. Häufig endet dieses Schema in einem Teufelskreis.

 

Pyramiding

Unter ,,Pyramiding’’ versteht man eine Dosissteigerung iunnerhalb eines Cycles. Kraftdreikämpfer zum Beispiel, behalten die Dosis zu Beginn einer Kur relativ niedrig und erhöhen diese zu bestimmten Zeitpunkten, wie während einer Wettkampfvorbereitung und reduzieren sie zum Ende hin auch wieder.

Der Vorteil liegt darin, dass sich die Nebenwirkungen, die bei einem plötzlichen Entzug auftreten können, im Rahmen halten.

 

Stacking

,,Stacking’’ bezeichnet die Verwendung von mehreren anabolen Steroiden während eines Cycles. Dadurch wird die Effektivität und somit die Leistungsentwicklung gesteigert, da mehrere Rezeptoren aktiviert werden, als wenn nur ein Steroid benutzt wird.

 

Anwendung in Sport und Training

Wie sehr anabole Steroide wirken, kann man immer wieder an den Aussagen gedopter Spitzensportler erkennen.

Ehemaliger Speerwurfweltrekordler Tom Petranoff: ,,Meinen Weltrekord verdanke ich Anabolika. Ohne sie wäre ich nie über 67 m gekommen. Während ein paar Monaten habe ich mal probiert, keine zu nehmen. Meine Leistungen sind damals auf einen katastrophalen Durchschnitt abgesackt. Danach habe ich meine Kur wiederbegonnen und anschließend 60 Wettkämpfe in Folge gewonnen.’’

 

Olympia

Anabole Steroide waren bei den Olympischen Spielen von 1960 noch kein großes Problem, da bisher nur die sowjetischen und wenige amerikanische Athleten über das Privileg, Steroide zu verwenden, verfügten.

Seitdem die Sowjetunion 1952 die USA überholte, lieferten sich die beiden Staaten eine Art

,,Dopingschlacht’’ auf olympischen Boden, welche in eine nicht aufzuhaltende Dosiserhöhung mit dem Ziel den anderen Staat in die Schranken zu weisen, überging. Aus diesem Grunde kam die Zeitschrift ,,Leichtathletik’’ zur folgender Verblüffung:

,,Welche Übung man auch nimmt, überall gibt es Weltklasseleistungen am laufenden Band und selbst in Übungen, die in Amerika nur so am Rande ausgetragen werden, nehmen sich die zehn Besten blendend aus. Sehen wir uns nur das Hammerwerfen an. Weltrekordmann Hall Connolly meint, dass es in ganz USA vielleicht 30 echte Hammerwerfer gäbe – doch was für Leistungen haben sie vorgelegt.’’.

Im Jahr 1946 kam heraus, weshalb bestimmte Athleten ihre Leistung so stark verbessern konnten, mit dem Resultat, dass Steroide von diesem Zeitpunkt an exzessiv benutzt wurden, vor allem in Kraftsportarten. Die Gewichtheber waren sogar so von diesem Dopingmittel überzeugt, dass sie zu ernsthaften ,,Dealern’’ wurden.

Alle zu dieser Zeit aufgestellten und bahnbrechenden Weltrekorde sind auf anabole Steroide zurückzuführen, denn die Athleten und Trainer debattierten nicht mehr darum, ob es moralisch vertretbar sei auf diese Art und Weise zu dopen, sondern welche Art anaboler Steroide die besten Leistungen bringe. Die Dosis wurde bis Anfang der 70er Jahre auf das fünffache der therapeutischen Empfehlung erhöht.

Das Doping mit Testosteron hatte sich erfolgreich etabliert und gehörte von nun an zum Leistungssport  dazu.

Schließlich bezeichnete Jon Hendershott, Herausgeber der ,,Track and Field News’’, anabole Steroide als das ,,Frühstück der Champions’’.

Bis zum Jahre 1990 hatte sich der Gebrauch illegaler Steroide auch auf andere olympische Sportarten, wie z.B. Hockey oder Volleyball ausgebreitet, obwohl dieser ab 1976 offiziell verboten wurde. Jedoch waren die Athleten so raffiniert, dass sie die Dopingtests umgehen konnten und auf unverdiente Art und Weise ihre Medaille bekamen.

 

Football

Nicht lange nachdem sich die Effektivität anaboler Steroide in Kraftsportarten gezeigt hat, kamen erstmals 1963 auch Profi-Footballer mit dieser Art des Dopings in Kontakt.

Die San Diego Charger engagierten Alvin Roy als ,,Strength-Coach’’, einen Fitnessstudiobesitzer, der lange Zeit als Assistent für das U.S. Olympia Gewichtheber-Team gearbeitet hatte und bereits Erfahrung auf diesem Gebiet vorweisen konnte. Er war somit der Erste, der eine Football-Mannschaft an Steroide heranführte und damit eine neue Ära einleitete.

Ende der 70er Jahre tätigten einige Top-Footballspieler Aussagen, die den Gebrauch anaboler Steroide in der NFL nicht verlemden. Pat Donovon (Dallas Cowboys) sagte nach seinem Rücktritt 1983: ,,Anabole Steroide sind vollkommen akzeptiert in der NFL. In meinen letzten Jahren benutzten 70% Spieler aus meinem eigenen Team welche.’’

Diese Aussage von 1983, sechs Jahre nach dem offiziellen Verbot, lässt darauf schließen, dass auch heute noch einige Profi-Footballer dabei sind, die durch anabolen Steroide ihre Leistung künstlich erhöhen.

 

Leistungsentwicklung

Nicht ohne Grund gehören Anabolika zu den meist verwendeten Dopingmitteln.

Aus diesem Grunde kann man auch die entstanden Leistungsanstiege in einigen Sportarten sehr einfach begründen. Diese kommen nämlich nicht einfach durch Technikverbesserungen zustande, sondern sind auf exzessives Doping mit anabolen Steroiden zurückzuführen.

Schaut man sich die Entwicklung der Weltrekorde der Männer im Kugelstoßen an, so fällt auf, dass zwischen 1950 und 1960 die Weite um 2,24m verbessert wurde, von 17,82m auf 20,06m. In den nächsten 30 Jahren wurde diese Leistung nur noch um 3m getoppt.

Den enormen Leistungsanstieg in den ersten zehn Jahren kann man womöglich, wie zuvor schon erwähnt mit anabolen Steroiden begründen.

Abbildung 1 zeigt den Verlauf der Leistungsentwicklung während der olympischen Spiele im Kugelstoßen der Männer und Frauen in % von 1908 bis 1980. Grau gekennzeichnet ist der Bereich während des Ersten und Zweiten Weltkriegs.

Zu erkennen ist eine leichte Leistungsverbesserung von 1908 bzw. 1928 bis ca. 1948.

Mit Beginn der Testosterondoping-Ära steigt ab 1948 die Leistung bis und nach 1980 stark an.

Neben dem Kugelstoßen, kann man auch im Gewichtheben einen deutlichen auf Steroide basierten Leistungsanstieg im Laufe der Jahre erkennen.

Nach der Einführung der Dopingtests auf anabole Steroide 1976 kommt Monnerjahn (1981) zu dem Ergebnis, dass nach der Einführung das Gewichtheben einen starken Leistungsabfall aufweist, wie Abb. 2. zeigt

Mitte der 50er Jahre (Beginn des Testosterondopings) fängt die Zeikampfleistung im Gewichtheben an zu steigen, von ungefähr 300kg erhöht sie sich um 100kg bis ungefähr 1972, der Einführung von Dopingkontrollen auf Stimulanzien. Vier Jahre weiter steigt die Leistung nochmal um weitere 30kg, bis sie nach den erstmaligen Kontrollen auf anabole Steroide (1976) rapide einbricht.

Auch die vor mehr als 20 Jahren entstandenen Weltrekorde der Männer im Kugelstoßen, Hammer- und Diskuswerfen bleiben unerreicht. Selbst mit möglichen Technikverbesserungen sind die Leistungen nicht aufzuholen, die unter Verwendung von Steroiden entstanden sind. Alle sind weit unter den Weltrekorden von 1986 bzw. 1990.

 

Wirkung von Testosteron

Grundsätzlich wirkt Testosteron, wie zuvor schon erwähnt, auf zwei unterschiedliche Arten – androgen und anabol:

Androgene Wirkung

Zur androgenen Wirkung zählt die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale.

Dies bedeutet also, dass durch die Einnahme von Testosteron z.B. das Peniswachstum, die Entwicklung bzw. das Wachstum der Prostata, die Vertiefung der Stimme oder auch die Ausbildung der Schambehaarung angeregt wird.

Anabole Wirkung

Anabol bedeutet nichts Anderes als ,,aufbauend’’. Für die anabole Wirkung von Testosteron bedeutet dies also, dass es etwas aufbaut. Um diese Aussage zu präzisieren, baut Testosteron Muskelmasse auf. Es lagert sich an Proteine im Blut an, die in die Muskelzellen transportiert werden und somit für eine Anregung der territorialen Proteinbiosynthese sorgen. Folglich findet ein Muskelwachstum statt, welches durch zusätzliches Training gesteigert werden kann.

Damit einher geht eine positive Stickstoff- und Mineralienbilanz.

Aus der Erhöhung der Skelettmuskulatur resultiert auch eine prozentuale Abnahme des Körperfetts, sodass das äußerliche Gesamtbild verbessert wird.

Außerdem kommt es zu einer Erhöhung der roten Blutkörperchen, nämlich des Hämoglobins, was für den Sauerstoffaustausch essenziell ist und die allgemeine Ausdauerleistung fördert.

 Testosteron und Muskelmasse

Dass die exogene Zufuhr von Testosteron den Muskelaufbau fördere, stand außer Frage.

Die Frage mit der sich Wissenschaftler beschäftigten war jedoch, wie viel Muskelmasse oder auch Kraft durch diese Art des Dopings gewonnen werden kann und wie hoch die Dosis sein muss.

Dazu veröffentlichte Bhasin et al. 1996 die Studie ,,The Effects of Supraphysiologic Doses of Testosterone’’.

43 gesunde Männer wurden einer von vier Gruppen zugeordnet:

  1. Placebo und kein Training
  2. Testosteron und kein Training
  3. Placebo und Training
  4. Testosteron und Training

Die Studie zog sich über einen Zeitraum von zehn Wochen, wobei beide Testosteron-Gruppen 600 mg Testosteron Enantat pro Woche injiziert bekamen und die anderen beiden Gruppen nur Öl, sodass niemand wusste, ob er tatsächlich Testosteron gespritzt bekam oder nicht.

Abbildung drei fasst die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammen, die durchschnittliche Veränderung der fettfreien Masse und die Veränderung der Leistung im Bankdrücken.

Es ist deutlich zu erkennen, dass Placebo in Bezug auf die Erhöhung der fettfreien Körpermasse am schlechtesten abschneidet, mit oder ohne Training.

In der Gruppe ohne Training aber mit Testosteron Enantat, ist die fettfreie Körpermasse um ca. 3,2 kg gestiegen. Mit Training aber ohne Doping konnten die Probanden im Durchschnitt 2 kg zulegen. Eine erhebliche Gewichtszunahme konnten die verzeichnen, die Testosteron injiziert bekommen haben und auch trainierten – 6,1 kg Anstieg.

Ähnlich sieht es mit den Kraftsteigerungen aus.

Die Placebo-Gruppe ohne Training konnte ihre Kraft nicht steigern, jedoch die Gruppe, die trainiert hat undzwar um 9 kg.

Minimal besser war die Gruppe ohne Training aber mit Testosteron, 10 kg Steigerung.

Diese Werte wurden ganz klar von der letzten Gruppe mit Training und Testosteron getoppt, dort hat sich ein Kraftanstieg von 22 kg gezeigt.

Aus dieser Studie kann man also schlussfolgern, dass Testosteron Enantat einen erheblichen Teil dazu beitragen kann, die fettfreie Körpermasse als auch die Kraft zu erhöhen, sogar ohne Training. Die Effektiviät wäre hiermit auch bewiesen.

 

Morphologische Veränderungen und Nebenwirkungen

Bei der Einnahme von Testosteron und dessen Derivate muss man immer bedenken, dass es zu zahlreichen morphologischen Veränderungen und Nebenwirkungen kommen kann.

Aufgrund der Vielzahl werden nur die wichtigsten bzw. am häufigsten vorkommenden Veränderungen und Nebenwirkungen aufgelistet.

Eine oft auftretende  Nebenwirkung, wie man im Falle von Andreas Münzer entnehmen kann, ist die Hypertrophie des Herzmuskels mit daraus resultierenden erhöhten Blutdruck.

Neben dem Herzen wird auch die Leber angegriffen. Der Missbrauch von anabolen Steroiden greift die Leber enorm an, bis zum Organversagen, sodass der Athlet stirbt.

Zu einer der sehr hässlichen Nebenwirkungen zählt die so genannte ,,Steroidakne’’. Die Talgdrüsen vergrößern sich und sorgen damit für eine erhöhte Entwicklung von Pickeln.

Speziell beim Mann kann der Missbrauch ihn impotent machen. Die körpereigene Testosteronproduktion wird bei exogener Zufuhr heruntergefahren und bleibt auch unten nach dem Absetzen, falls keine Sexualhormon steigernde Mittel benutzt werden.

Bei der Frau hingegen wird die Östrogenproduktion gehemmt. Zur Folge hat dies ein immer mehr werdenes männliches Erscheinungsbild.

Ebenso kann sich die Psyche verändern. Aggressivität, verstärkter bzw. verminderter Sexualtrieb oder Depressionen können auftreten.

Anabole Steroide Nebenwirkung

Dopingkontrollen

Um einen Athleten auf anabole Steroide zu testen, wird in den meisten Sportarten häufig aufgrund der Einfachheit nur auf ein einfaches Verfahren zurückgegriffen.

Dieses Verfahren stellt das einfache Messen des Testosteronspiegels im Blut, Urin oder Speichel vor dem Wettkampf dar. Es kann aber auch vorkommen, dass Sportler in ihrer wettkampffreien Zeit unangekündigt von den jeweiligen Verbänden kontrolliert werden, um sicher zu stellen, dass dieser das ganze Jahr über ,,sauber’’ ist. Diese Art der Kontrolle ist meist aufgrund des Überraschungseffektes und der nicht möglichen Vertuschung effektiver, allerdings auch aufwendiger.

Hierzu wird Blut abgenommen, das anschließend von Laboranten analysiert wird.

Der durchschnittliche Wert eines gesunden Mannes liegt bei 9,3 bis 37,1 nmol/l Blut. Alles darüber hinaus lässt auf eine exogene Zufuhr von Testosteron schließen und lässt den Dopingtest dementsprechend positiv ausfallen.

Das Problem an dieser Methodik ist das theoretisch mögliche Umgehen bzw. Austricksen des Tests.

Mit einfachen Maßnahmen, wie z.B. dem Verdünnen des Urins, Unterbinden der Ausscheidung von Steroiden im Urin durch einnehmen von Probenecenid oder dem rechtzeitigen Absetzen, ist es möglich den Test zu umgehen.

In der Vergangenheit haben auch falsche positive Testergebnisse für Aufsehen gesorgt.

Norwegische Diskuswerferin Trine Hattestad wurde 1989 von der IAAF, dem Weltleichtathletikverband, beschuldigt Testosteron eingenommen zu haben. Gestützt wurde diese Aussage durch die Arbeit eines nicht dem Standard entsprechenden Labores. Später wurde die Anschuldigung wieder zurückgezogen nachdem sichergestellt wurde, dass das Labor nicht ordnungsgemäß gearbeitet hatte. Hattestad bekam 50.000$ Entschädigung.